Improvisierender Musikunterricht

Kreative und praktische Ideen für den lebendigen Instrumentalunterricht

Monica Boffo und Matthias Tschopp
Musikschule Zug, 2016

Der Begriff „Improvisation“ wird in der vorliegenden Ausgabe als Anregung
zur Varierung des Unterrichtsablaufes, des try and errors, learning by doing,
als Anregung zum Erforschen und Experimentieren, als Erweiterung manueller.
visueller, akkustischer und verstandesmässigen Fähigkeiten verstanden.
Dieses Buch ist kein Jazz – Lehrgang. Alles wird als Vorschlag, als Idee, als Anregung verstanden. Es ist zum Brauchen und Verändern geschrieben. Vielleicht gestalten sie ganz andere Abläufe als wir, oder nehmen nur einen kleinen Teil aus einer Sequenz. Natürlich darf dabei auch etwas gelernt werden und leicht sogar. Das wäre auch in unserer Absicht.

Angebot:

Weiterbildungsangebot für Musikschulen

Kreativlabor für Musiklehrer: An Beispielen aus dem Alltag arbeiten, erweitern,

neue Lösungsansätze finden

 

Theoretischer Hintergrund

Das sich beschäftigen mit dem Gehirn ist eine interessante, nie endende Tätigkeit oder besser gesagt Forschungsarbeit. Immer wieder verändert sich die Ansicht, das vermeintlich Verstandene und wirft wieder neue Fragen auf.

Das Lernen an sich gleicht einer Dauerexpedition und wir alle sind dem unterworfen bis an unser Lebensende.

Der Einzelne hat sich im Laufe seiner Schulzeit und seines Lebens Muster und Strategien zugelegt, die ihm erlauben in akzeptabler Zeit etwas neu zu lernen. Nur allzu leicht verfestigt sich dies und man geht immer die selben Wege. Das Verhängnisvolle daran ist, als Lehrer neigt man dazu diese bewährten Muster an die Schüler weiterzugeben. Was aber, wenn der Schüler anders tickt, den lehrer nicht versteht , nicht nachvollziehen kann?

Hier setzt das vorliegende Unterrichtsmittel an. Es hilft dem Lehrer auch dabei, die Art und Weise wie ein Schüler lernt oder versteht, zu erkunden. Das kann wie eine Detektivarbeit sein.

Jeder Mensch entwickelt eine Hemisphärendominanz. Das heisst, er bevorzugt den Einsatz einer Gehirnhälfte oder eben Hemisphäre.Darüber gibt es keine Wertung. Das Ziel muss sein, beide Möglichkeiten, nämlich die logisch – rationale oder die intuitive –gefühlsmässige Form zur Verfügung zu haben. Dann wird das Lernen ausgewogen und das Gelernte „sitzt“ besser. Die Sensomotorik wird einbezogen, was für Musiker interessant ist. Das Vorstellungsvermögen wird geschult, was für Notenlernen wichtig ist. Das Rationale kommt nicht zu kurz. Die Phantasie , die Spielfreude, die Wettbewerbsfreude wird aktiviert.

Kurz wiederholt, die eine Gehirnhälfte, mehrheitlich die linke, ist zuständig für analytisch, logisches Denken. Sie teilt auf, zergliedert, erkennt Details. Sie ist zeitorientiert, bewertend, verbal. Das Lernen , Erkennen, Verarbeiten erfolgt vom Teilchen zum Ganzen.

Die andere Gehirnhälfte, meistens die rechte, funktioniert ganzheitlich, bildhaft und ist für automatisierte, intuitive Bewegungen zuständig. Hier wird auch das Langzeitgedächtnis angesiedelt. Ihre Arbeitsweise ist ganzheitlich und bildhaft, vom Ganzen ins Detail, vom Komplexen zum Speziellen. Sie ist auch verantwortlich für visuelle Wahrnehmung.

Viele Kinder mit Lernblockaden arbeiten vorwiegend mit einer Hemisphäre .Zu einem integrierten erlebnisreichen Lernen brauchen wir aber beide Hälften. Weshalb ist das so wichtig? Der springende Punkt sind die neurologischen Verbindungen zwischen beiden Hälften und deren Vernetzung mit andern Gehirnarealen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die für die Kontrolle der Motorik zuständigen Nervenbahnen fast vollkommen über Kreuz verlaufen. Die linke Gh kontrolliert hauptsächlich die rechte Körperseite, und rechtes Aug und Ohr. Die rechte Gh ist somit für die linke Seite zuständig.

Inhaltsangabe:

Im eigenen Rhythmus

Musik aus fernen Ländern

Leiterlispiel

Ein Film mit Geräuschen vertont

Dies ist meine Hand

Eine Geschichte geschrieben, gezeichnet, vertont

Impro – Kartensiel

Symbole, Formen, Zeichen – wie brauchen und was bedeuten sie?

Einen Groove erfinden

Ein Bild in Musik verwandeln

Das Musikhaus – ein Spiel mit musikalischem Basiswissen

Wildes Holz – Mildes Holz

 

 

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